Wer sich in der Investment-Branche auskennt, dem werden die Namen Peter E. Huber, Jens Ehrhardt, Christoph Bruns und Klaus Kaldemorgen einiges sagen. Die vier Vermögensverwalter gehören mit zu den erfahrensten Anlageprofis in Deutschland. Eckhard Sauren wiederum ist einer der Pioniere im Management von Dachfonds, also ausgewiesener Experte in der Beurteilung von Fondsmanager-Leistungen.
Er lud am vergangenen Freitag zur Diskussion über Themen wie Schuldenproblematik, Eurokrise, Wertpapiermärkte und Möglichkeiten für Anleger, auf die nach wie vor unsichere Gemengelage zu reagieren.
Die Lösung zur Finanz- und Schuldenkrise hatte keiner der vier Diskutanten im Gepäck.
Recht einvernehmlich prognostizierten alle vier, dass die Europäische Zentralbank weiter dafür sorgen dürfte, dass die Märkte weitgehend beruhigt werden und weiter eine Politik des Zeitgewinns verfolgt. Es fehle an historischen Vergleichsmöglichkeiten für die aktuelle Situation. Christoph Bruns wagte sich ein wenig hervor. Er lebt in den USA und ist angetan von der eher pragmatischen Sicht, mit der dortzulande Krisen angegangen werden. Der von ihm wahrgenommene Optimismus der Amerikaner hat es ihm angetan. Demzufolge verwundert es nicht, wenn er Aktien als das beste Mittel herausstellt, der Finanzkrise zu begegnen. Klaus Kaldemorgen widersprach inhaltlich nicht, wies aber darauf hin, dass die Deutschen ein Problem mit nominalen Wertverlusten haben. Dass sie dadurch aber auf die Dauer reale Verluste erleiden, störe sie hingegen nicht. Darauf entgegnete wiederum Bruns selbstkritisch, dass an diesem Punkt wohl auch die Investmentexperten - er bezieht sich da selbst durchaus mit ein - versagt hätten, diese Zusammenhänge in der Öffentlichkeit deutlich zu machen.
Jens Ehrhardt wiederum wiederholte sein Votum für eine Beimischung von Gold als real wertbeständigem Bestandteil eines Vermögensportfolios. Für die anderen ist Gold allerdings schon zu stark gestiegen. Interessant Peter E. Huber, der Gold nicht als einen Rohstoff (Rohstoffe werden verbraucht, Gold nicht), sondern als eine (Gegen-) Währung beschrieb. Bruns bemängelte, dass Gold keinen Produktivitäts-Aspekt beinhalte, wie es seiner Meinung nach ein Aktien-Investment habe. Und genau diese Produktivität, auch unter veränderlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, ist für Bruns das stärkste Argument für Aktieninvestments. Hier können derzeit - und da sind sich wieder alle einig - recht auskömmliche Renditen allein aufgrund von Dividendenzahlungen eingefahren werden.
Auf eine Zuschauerfrage, was denn passiere, wenn der Euro scheitere, antworteten die vier Fondsmanager, dass ein solches Scheitern unwahrscheinlich wäre. Einerseits sei eine Rückabwicklung nur äußerst schwierig zu realisieren (Kaldemorgen) und außerdem gäbe es hierfür keinen politschen Willen. Bruns machte allerdings im Vorfeld deutlich, dass der Euro von den USA immer schon kritisch gesehen worden ist, da die Euro-Währung die Vormachtstellung des US-Dollar im internationalen Währungsgefüge schwäche.
In der Abschlussrunde machten wiederum die Diskutanten deutlich, dass sie die Krise auch und vor allem als Chance wahrnähmen.
Hier der Link zur kompletten Diskussion, die zwar erwartungsgemäß keine fundamental neuen Erkenntnisse brachte, aber doch an einigen Stellen interessante Impulse geliefert hat.
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